Wer am 23.08.2025 zu Fuß oder mit dem Fahrrad in der Feldmark unterwegs war, der hat sie wahrscheinlich gehört, die zahlreichen Schüsse. Der Hegering Calenberg hatte an diesem Tag auf der rund 6.500 ha großen bejagbaren Fläche wieder zur jährlichen revierübergreifenden Krähen-, Elstern- und Taubenbejagung aufgerufen.
Über die Rolle von Rabenkrähen und Elstern als Prädatoren und deren Einfluss auf die Populationsentwicklung von Bodenbrütern bestehen sehr unterschiedliche Ansichten. Sicherlich gilt es hier mehrere Faktoren zu berücksichtigen. Aber die Rabenkrähen sind gerade bei den Singvögeln durch Nestraub bzw. bei Bodenbrütern wie Rebhuhn oder Fasan sowie bei Jungwild wie Hasen für nicht unerhebliche Verluste die Ursache. Zudem gibt es im Einzugsgebiet des Hegerings zahlreiche Gemüseanbaubetriebe, die regelmäßig Ernteausfälle durch großflächigen Wildtaubenfraß zu beklagen haben.

Die Polizeikommissariate im Einzugsgebiet wurden frühzeitig informiert, um besorgte Anrufer über die Ursache der Schüsse zu informieren. Der Jagdtag begann dann vor der Morgendämmerung mit dem Aufstellen der Lockbilder und der Tarnschirme. An oberster Stelle stand dabei die Sicherheit, um Belästigungen oder gar Gefährdungen der angrenzenden Wohngebiete und möglicher Spaziergänger auszuschließen. Danach hieß es Geduld und warten auf die ersten Anflüge.
Zum traditionellen Streckelegen ertönte am Abend ein kräftiges „Waidmannsheil“ über die Hofstätte von HL Bernward Wagner in Ihme-Roloven. Die Jägerinnen und Jäger haben sich dort zum Abschluss noch einmal versammelt und den Tag Revue passieren lassen. Obwohl kein gutes „Flugwetter“ herrschte, konnten doch gute Jagderfolge durch die Reviere gemeldet werden und so kamen insgesamt 24 Krähen, 3 Elstern und 147 Tauben zur Strecke. Zudem konnten noch 1 Fuchs, 1 Nutria und 3 Gänse erlegt werden.
Wagner dankte allen Teilnehmenden, insbesondere den Revierinhabern, die an diesem Tag zum Teil mit großzügigen Freigaben revierlosen Jägern bzw. Jagdgästen auch die Jagd auf andere Prädatoren wie den Fuchs ermöglicht haben.
Dieter Schmidt
